Mediterranes Essen, viel Bewegung und nicht rauchen

MQW-Gesundheitstag des MQW befasst sich mit den Themen Schlaganfall und Darmkrebs / Dithmarschen bei Vorsorge und Behandlung „gut aufgestellt“


Auch Knut Rudloff aus Meldorf nutzte die Möglichkeit, Blutdruck, Cholesterinwerte und Blutzucker testen zu lassen.

Meldorf – Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und nicht rauchen – wer Krankheiten wie Darmkrebs oder Schlaganfall vorbeugen möchte, geht mit dieser einfachen Formel einen ersten wichtigen Schritt. Darüber waren sich die Experten beim Gesundheitstag des Medizinischen Qualitätsnetzes Westküste (MQW) einig. In vier Vorträgen erläuterten die Ärzte im Einzelnen, wie die Erkrankungen diagnostiziert und behandelt werden – und was jeder selbst zur Vorbeugung unternehmen kann. „Wir sind dabei in Dithmarschen gut aufgestellt und müssen unsere Patienten glücklicherweise nicht mehr in die universitären Zentren schicken“, sagte MQW-Vorstandssprecher und Hausarzt Burkhard Sawade, der gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Beate Tschirner die Veranstaltung in der Meldorfer „Erheiterung“ moderierte. Zuvor hatten Medizinische Fachangestellte aus Dithmarscher Praxen den Gästen kostenlose Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckertests angeboten.

In den ersten beiden Vorträgen des Abends befassten sich Priv. Doz. Dr. Johann Meinert Hagenah, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Westküstenklinikum, und Dr. Gotje Birker, Fachärztin für Neurologie in Heide, mit dem Thema Schlaganfall. Dr. Hagenah erläuterte die Symptome, die auf diese Erkrankung hinweisen können. Sie reichen - je nach Art des Schlaganfalls - von Lähmungen in Armen und Beinen über Sprach- und Sehstörungen bis zu Bewusstseinsstörungen und Ohnmacht. Das Problem: Die Betroffenen bemerken die Störungen oft nicht oder zu spät, zumal der Schlag nicht selten aus dem Schlaf heraus erfolgt. „Wenn Sie den Verdacht auf einen Schlaganfall bei einem Angehörigen bemerken, zögern sie nicht und rufen sofort den Notarzt oder den Rettungswagen. Denn hierbei zählt jede Minute“, erklärte der Chefarzt. Die wirkungsvollsten Behandlungen, die schnelle Gabe von Medikamenten zur Auflösung des Gerinnsels sowie die Thrombektomie, bei der der „Pfropfen“ in der Blutbahn mechanisch entfernt wird, ist nämlich nur innerhalb eines Zeitfensters von wenigen Stunden sinnvoll. Nach dem Krankenhausaufenthalt sollten die Patienten einen Neurologen aufsuchen, um die Nachbehandlung zu gewährleisten, rät Dr. Gotje Birker. Die Fachärztin machte deutlich, dass dann vor allem erhöhter Blutdruck, zu hohe Cholesterinwerte und Übergewicht zu vermeiden seien.  Sie riet dabei zu einer Ernährungsberatung und „regelmäßigem schweißtreibenden Training“ zur Vorbeugung eines weiteren Schlaganfalls.

Diese Ratschläge nahmen die Referenten des zweiten Themas auf: Eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse und Obst, Gewichtsreduktion und regelmäßige körperliche Bewegung gelten auch beim Darmkrebs als vorbeugende Maßnahmen. Darüber hinaus plädierte Dr. Rolf Böger, Facharzt für Innere Medizin aus Heide, für regelmäßige Darmspiegelungen ab dem 55. Lebensjahr. „Nach dem Stand der Medizin ist das immer noch die beste und zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs“, sagte der Internist. So könnten zum Beispiel bereits im Vorfeld einer Erkrankung Polypen abgetragen und das Risiko minimiert werden.

Angesichts der 70.000 Neuerkrankungen und 30.000 Todesfälle pro Jahr in Deutschland warb auch Dr. Marc Olaf Liedke, Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am WKK, für die Darmspiegelung zur Früherkennung. Auch beim Darmkrebs gilt demnach: Je früher er erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen, besonders dann, wenn sich noch keine Metastasen an anderen Körperteilen gebildet haben. „Unser Ziel ist die vollständige Entfernung des Krebses durch die Operation“, erläuterte der Chirurg und zeigte unter anderem anhand von Filmclips einige verschiedene Operationstechniken sowie Vor- und Nachbehandlung auf.

Die Veranstalter des Gesundheitstages zeigten sich sehr zufrieden mit dem Themenabend. „Wir planen auch im nächsten Jahr einen MQW-Gesundheitstag, der voraussichtlich wieder hier in Meldorf stattfindet“, kündigte Burkhard Sawade an. Das MQW ist ein Zusammenschluss von mehr als 100 niedergelassenen Ärzten in etwa 80 Dithmarscher Praxen. Ziel des Ärztenetzes ist eine sich ständig verbessernde Zusammenarbeit der angeschlossenen Mediziner und eine hochwertige Versorgung der Bevölkerung.

Blick aufs Podium (v. li.): Dr. Rolf Böger, Dr. Marc Olaf Liedke, Dr. Gotje Birker, Priv. Doz. Dr. Johann Meinert Hagenah, Burkhard Sawade. Am Rednerpult: Dr. Beate Tschirner. (Fotos MQW/Kienitz)