Niedergelassene Ärzte in Dithmarschen: weniger Nachwuchsprobleme als in anderen Kreisen

Medizinisches Qualitätsnetz Westküste stellt sich den Herausforderungen im Gesundheitswesen


Der neue Vorstand des Medizinischen Qualitätsnetzes Westküste (v. li.): Hayo Garrelts, Chirurg in Marne, Burkhard Sawade, Chirurg und Hausarzt in Meldorf, Dirk Hoeft, Radiologe in Heide. (Foto: Kienitz/MQW)

Meldorf – Mit einem neuen Vorstand stellt sich das Medizinische Qualitätsnetz Westküste (MQW) den Herausforderungen im Gesundheitswesen. „Nicht zuletzt durch die Vernetzung ist es uns gelungen, immer wieder junge Kollegen zu motivieren, sich in Dithmarschen niederzulassen. Damit haben wir deutlich weniger Nachwuchsprobleme als vergleichbare andere ländliche Kreise“, sagte Burkhard Sawade, hausärztlicher Vorsitzender aus Meldorf. Neben Sawade besteht der Vorstand des Ärztenetzes jetzt aus dem fachärztlichen Vorsitzenden Dirk Hoeft, Heide, und dem Schatzmeister Hayo Garrelts, Marne. Der Meldorfer Hausarzt Frank Reisenbüchler schied indessen aus dem Vorstand aus und wechselte in das zweite Gremium des Vereins, den Leitungsbeirat.
Zu Beginn der Jahreshauptversammlung hatte Burkhard Sawade an die Anfänge des Vereins erinnert und die Geschichte des MQW Revue passieren lassen. „Durch die Zusammenarbeit in den Arbeitsgruppen und Qualitätszirkeln ist eine tief empfundene Kollegialität, teils sogar Freundschaft entstanden. Diese engmaschige Vernetzung kommt insbesondere unseren Patienten in Dithmarschen zugute“, erklärte der Vorsitzende auf der Jahreshauptversammlung in Meldorf. Hauptbestandteile der Zusammenarbeit seien vor allem Fortbildungsmaßnahmen für Ärzte und Medizinische Fachangestellte, Interessenvertretung sowie eine Einkaufsgemeinschaft für verschiedene medizinische Produkte.
Diese Bereiche will das MQW fortführen und trotz knapper werdender Mittel in Teilen sogar ausbauen. So werden zum Beispiel Versorgungsverträge mit den Pflegeheimen angestrebt. Allerdings erwartet der Vorstand einige Veränderungen auf  höchster politischer Ebene. Wenn nämlich Ärztenetze auch als Leistungserbringer im Gesundheitswesen tätig werden können, lassen sich Einnahmen generieren, die dann direkt der Netzarbeit zugutekommen. „Besonders die großen Krankenkassen sind daran interessiert, dass unsere Arbeit fortgeführt wird, um die medizinische Versorgung gerade der ländlichen Bevölkerung sicher zu stellen“, sagte Sawade abschließend.